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Die Sicht der Motorradfahrer

Die Sicht der Motorradfahrer

Referat von Nationalrat Walter Wobmann, Präsident der Schweizerischen Motorradföderation FMS

Das Thema Sicherheit hat für den Motorradfahrer einen ganz speziellen Stellenwert, denn bei einer Kollision, sei es mit einem anderen Verkehrsteilnehmer oder mit einem Hindernis auf oder neben der Strasse, bietet bei ihm keine Karosserie den ersten Aufprallschutz. In diesem Fall ist es der menschliche Körper, welcher dem Schlag direkt ausgeliefert ist. Diese schmerzhafte Erfahrung musste ich selber auch schon machen, wurde ich doch zweimal unverschuldet von Autofahrern „abgeschossen“. Wegen einer Ölspur machte ich auch schon die Bekanntschaft mit dem Asphalt. Gott sei Dank hatte ich jeweils Glück, denn ausser Prellungen, Verstauchungen und Schürfungen kam ich glimpflich davon, auch wenn bei den zwei Unfällen mit den Autos meine Motorräder schrottreif waren.
Meine Motorradprüfung machte ich 1976. Damals war die Anzahl der Motorradunfälle im Verhältnis zu heute viel höher. Seither sind in Sachen Sicherheit auch im Motorradbereich grosse Fortschritte erzielt worden.

Die Weiterentwicklung im technischen Bereich bei den Motorrädern: z.B. beim Fahrwerk, bei den Pneus und vor allem auch bei den Bremsen, Einführung von ABS.Die bessere Ausrüstung der Fahrer: Helme, Bekleidung, Stiefel usw. sind laufend verbessert worden und werden weiterentwickelt.Die Fahrausbildung: Vor 30 Jahren gab es kaum eine richtige Fahrausbildung, was heute nicht mehr denkbar ist. Mit der obligatorischen Schulung und den freiwilligen Weiterbildungskursen haben die jungen Leute die Möglichkeit, das Fahren mit dem Motorrad von Grund auf in Theorie und Praxis zu erlernen. Besonders das effiziente Bremsen kann manchen Sturz oder Unfall vermeiden.

Strassen werden gefährlicher

Während vielen Jahren wurde das Strassennetz ausgebaut und teilweise sicherer gemacht. Unter dem Deckmantel von Verkehrsberuhigungsmassnahmen läuft diese Entwicklung in den letzten Jahren leider wieder in die andere Richtung, d.h. viele Strassen werden wieder gefährlicher gemacht. So kann es zu Kollisionen mit fixen Objekten nicht nur neben der Strasse, sogar auch auf der Fahrbahn kommen. Ich denke da z. B. vor allem an Bäume, welche mitten auf die Fahrbahn gepflanzt werden, oder an das Parkieren von Autos auf der Strasse, oder auch an verwirrende Strassenführungen, wo ein Wirrwarr von Fahrbahnen für Motorfahrzeuge, Velos und den öffentlichen Verkehr geschaffen wird.

Weitere Gefahrenquellen sind die folgenden: 

Bei den Kreisverkehrsinseln werden heute vielerorts gefährliche Kunstwerke und grosse Steine montiert. Einige Beispiele: Gretzenbach, Burgdorf oder Tegerfelden. Scheinbar gibt es keine klaren, einheitlichen und vor allem auch verbindliche Regelungen im Sinne der Verkehrsicherheit bei Kreiseln.

Grosse Gefahrenherde sind auch Belagsreparaturen, wie z.B. die rutschigen Bitumenschlangen. Natürlich können sich auch Rollsplitt und Kies nach Belagsreparaturen für Zweiradfahrer (Töff und Velo) verheerend auswirken. Aber auch für die Autofahrer kann dies gefährlich werden (Beispiel 13. Aug. 2009 auf der Strecke Lengnau - Rekingen, als es bei zwei Unfällen wegen Rollsplitts zwei Verletzte - einer davon schwer - gab. Darum muss es dringend eine Mindestanforderung bezüglich der Strassenhaftung bei Belagssanierungen und Belagsreparaturen geben. Das Gleiche gilt für die Fussgängerstreifen und für die Bodenmarkierungen.

Eine der schlimmsten Gefahrenquelle bei einer Kollision sind Leitplanken ohne Unterfahrschutz. Das Leitplankenblech mit den Stützpfeilern, zusammen mit der Öffnung im unteren Bereich können für einen Motorradfahrer (Velofahrer) bei einem Sturz verheerende Folgen haben.

Daher braucht es mindestens in den Kurven einen entsprechenden Unterfahrschutz. Vereinzelt wird dieser in Form eines zweiten Metallbandes nun doch endlich montiert. Wenigstens hier ist ein Lichtschimmer sichtbar. 

Wie Sie sehen, gibt es auch heute noch, oder wieder vermehrt, gerade auch für Zweiradfahrer, vermeidbare Gefahrenquellen. Die meisten davon könnten bei entsprechendem guten Willen beseitigt werden. Dazu sind aber bürokratische und praxisfremde Massnahmenpakete wie Via Sicura völlig ungeeignet und auch nutzlos. Wichtig erscheint mir, dass bei der Verbesserung der Verkehrssicherheit alle zuständigen Stellen (die Verkehrsverbände, die Behörden, bfu, ASTRA und die Polizei) an einen Strick ziehen und entsprechend zusammenarbeiten. Unser Verband, die FMS, hat eine spezielle, sehr kompetente Verkehrssicherheitskommission. Wir sind zu einer solchen Zusammenarbeit bereit. 

-- es gilt das gesprochene Wort --